5. Debattenkultur pflegen

5. Debattenkultur pflegen

In jeder funktionierenden Demokratie treffen unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen aufeinander. Wichtig ist es, eine Debattenkultur zu fördern, in der Menschen sich frei äußern können und das Gefühl haben, gehört zu werden. Wie bereits angesprochen, versuchen wir, durch den Kontakt zu verschiedenen Einrichtungen unterschiedliche Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu erreichen, um eine möglichst große Bandbreite an Meinungen und Hintergründen abzudecken.

Meinungs- und Erfahrungsvielfalt erwünscht

Die lebhaftesten Diskussionen kamen zustande, wenn Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft oder Altersgruppen aufeinandertrafen. Insbesondere generationenübergreifende Debatten mit Schülern und Senioren hatten für alle Beteiligten häufig einen hohen Lerneffekt. Bereits zu Beginn bzw. schon in der Einladung zur Veranstaltung kann der Hinweis erfolgen, dass eine europakritische Meinung kein Grund sein muss, der Debatte fernzubleiben – im Gegenteil! So vergrößert man die Chance, einen möglichst diversen Teilnehmerkreis zu erreichen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Diskussionen ist Emotionalität. Schon bei der Vorstellungsrunde zu Beginn der Debatte sollte dies miteinbezogen werden. Weg von der reinen Wirtschaftlichkeit der EU und dem Krümmungsgrad der Gurke, hin zu persönlichen Erfahrungen und Interessen an Europa. Die Diskussion sollte möglichst frei laufen. Stichworte, Schlagwortrunden und Themenblöcke können einen hilfreichen Rahmen bieten. Läuft die Debatte ins Leere oder gerät in eine Sackgasse, ist es unserer Erfahrung nach hilfreich, bei einem komplett anderen Themenbereich neu anzusetzen.

Begegnung auf Augenhöhe

Von den Teilnehmenden stets als sehr positiv empfunden und daher unser wohl wichtigstes Zwischenfazit: nicht belehrend auftreten, den Menschen auf Augenhöhe begegnen und sämtliche Meinungen und Diskussionsbeiträge ernst nehmen. All dies sind wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Debatten- und Streitkultur. Der wiederholt geäußerte Wunsch von Teilnehmenden, die Diskussion mit einem gewissen zeitlichen Abstand fortzuführen, um gemeinsam aktuelle Entwicklungen reflektieren zu können, spricht dafür, dass eine solche Debattenkultur auch geschätzt wird.

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