Events

Sommer 2019


Lollapalooza Festival

Auch in diesem Jahr werden wir am 8. und 9. September mit einem Stand beim Lollapalooza Festival vertreten sein.

Weitere Details folgen in Kürze.

PROGRAMM

FESTIVAL

LOLLAPALOOZA
8. – 9. September 2019
Berlin

Bisherige Stationen


Humboldt-Rede zu Europa
Jacek Czaputowicz, Außenminister Polens

Der Außenminister der Republik Polen war am 18. Juni zu Gast in Berlin und sprach im Senatssaal der Humboldt-Universität zum Thema „Eine starke, demokratische und effiziente Union. Polens Vision eines sich vereinigenden Europas.“ Nach seiner Rede hatten die Zuschauer im Saal noch die Möglichkeit direkt Fragen zu stellen. Dabei wurden u.a. Themen wie Klimapolitik, Sicherheit in Europa und Europaskepsis angesprochen.

 

Wir sind Europa war zu Gast im Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland. Eine Woche nach der Europawahl und des Volksentscheids zur Bewerbung Zittaus als europäische Kulturhauptstadt, haben vom 2. – 4. Juni 2019 insgesamt rund 120 Bürgerinnen und Bürgern mit Expertinnen und Experten aus Politik, Kultur und Gesellschaft über Europa diskutiert.

Unter dem Motto „Die Ruinen von Zittau. Alt versus Neu“ sind die Teilnehmenden des Fotografie-Workshops mit der Kamera durch Zittau gezogen. Die Stadt ist geprägt von verlassenen Fabrikhallen und seit Jahren leerstehenden Gebäuden – die Teilnehmenden des Workshops wollten dieser Atmosphäre eine junge Sicht auf die Stadt entgegensetzen. Eine Auswahl der dabei entstandenen Bilder wurde am Abschlussabend im Rahmen des Open Space Europe ausgestellt.

Beim European Youth Think Tank formulierten Schülerinnen und Schüler aus Tschechien und Deutschland ihre Vorstellungen zu Europa.

Die geographische Lage Zittaus in der Dreiländerregion bot den perfekten Rahmen für unseren European Youth Think Tank. 25 Schülerinnen und Schüler aus Zittau und der tschechischen Nachbarstadt Hrádek nad Nisou trafen dazu im Jugendhaus Villa zum ersten Mal aufeinander, um gemeinsam über Europa zu diskutieren. Ein Übersetzer half bei der Verständigung und so wurden zahlreiche Pläne formuliert, wie man in Zukunft zu verschiedenen Themen grenzüberschreitend zusammenarbeiten möchte. Die dabei entstandenen Ideen und Forderungen wurden während des Open Space Europe dem Oberbürgermeister Zittaus, Thomas Zenker, vorgestellt.

 

 

Teilnehmende des generationenübergreifenden Suppendialogs in der Richard-von-Schlieben-Oberschule.

Die Richard-von-Schlieben-Oberschule bot den Rahmen für eine besondere Gesprächsrunde. Auf Anregung des Kulturhauptstadtbüros Zittau 2025 verknüpften wir das bereits in anderen Städten erprobte Format des generationenübergreifenden Gesprächs mit einem gemeinsam zubereiteten Essen zu einem „Suppendialog“. Die acht Schülerinnen und Schüler der Neunten Klasse kamen bereits beim Kochen mit den drei Seniorinnen und Senioren ins Gespräch und teilten erste Assoziationen zu Europa. Im Anschluss setzten die Teilnehmenden in kleineren Gruppen zusammen und diskutierten zusammen mit den Experten von Wir sind Europa verschiedene Szenarien für Gegenwart und Zukunft der Europäischen Union. Beim gemeinsamen Essen kamen dann sowohl persönlich empfundene Vorteile eines vereinten Europas, wie auch Kritikpunkte an der EU auf den Tisch. Das Format soll auch in Zukunft an der Schlieben-Schule weiter fortgesetzt werden.

 

 

Expertengespräch zur sorbischen Kultur.

Obwohl im nur 50 Kilometer entfernten Bautzen ein sorbisches Zentrum liegt, das einen starken Einfluss auf die Region hat, hat die sorbische Minderheit in Zittau selbst bislang kaum eine Rolle gespielt. Aus diesem Grund haben wir Vertreterinnen und Vertreter der sorbischen Minderheit mit den Verantwortlichen des Kulturhauptstadtbüros Zittau 2025 zu einem Expertengespräch zusammengebracht. Gemeinsam sollte diskutiert werden, wie die sorbische Kultur mit in die Bewerbung zur Kulturhauptstadt einfließen kann. Dabei wurde eine breite Themenvielfalt, u.a. Vielsprachigkeit, angesprochen. Bei weiteren geplanten Treffen sollen diese Themen weiter vertieft und eine Strategie entwickelt werden, wie diese Ideen umgesetzt werden können. Einen tieferen Einblick in das Gespräch und die Bedeutung der sorbischen Kultur für die Kulturhauptstadtbewerbung bietet der Artikel Kulturelle Vielfalt als Chance? auf unserem Blog.

 

Den Abschluss der Veranstaltungen in Zittau bildete die offene Diskussionsrunde Open Space Europe, bei der die anwesenden Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit hatten, in kleinen Runden direkt mit dem Oberbürgermeister der Stadt Thomas Zenker, den Vertretern und Vertreterinnen des Kulturhauptstadtbüros sowie mit Expertinnen und Experten aus Medien, Kultur und Wissenschaft ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Das Interesse daran war groß – trotz sommerlicher Temperaturen kamen etwa 70 Personen zum Open Space Europe in das Gerhart-Hauptmann-Theater. Nach kurzen Präsentationen der Ergebnisse der vorangegangen Workshops und Veranstaltungen, hatten die Anwesenden die Möglichkeit an insgesamt vier Tischen sich zu Europa und der Bedeutung Europas für Zittau auszutauschen. Das Thema der Kulturhauptstadtbewerbung spielte dabei eine große Rolle. Beispielsweise wurde zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt darüber diskutiert, inwiefern die Bewerbung auch als Instrument zur Europäisierung der Kommunalpolitik genutzt werden kann. Deutlich wurde dabei, dass viele Zittauer die Bewerbung auch als Chance für die Region sehen. Vor allem die Schaffung einer besseren Infrastruktur und besserer Perspektiven für die Bürgerinnen und Bürger waren wichtige Themen.

Nele Hertling im Gespräch im Bürgerinnen und Bürgern beim Open Space Europe in Zittau. Foto: Matthias Weber / photoweber.de

Was eine solche Bewerbung für die Qualität und Arbeit von Bewerberstädten bedeuten kann, darüber wurde an einem weiteren Tisch zusammen mit den Projektverantwortlichen des Kulturhauptstadtbüros Zittau 2025 und Hugo de Greef, dem Generaldirektor Europäische Kulturhauptstadt Brügge 2002, diskutiert. Hugo de Greef, machte als Experte deutlich, dass ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Bewerbung sei, die Bevölkerung von Anfang an in den Prozess miteinzubinden. Der Bürgerentscheid, so scheint es, war also der richtige Weg.

Dass die besondere geographische Lage Zittaus nicht nur bei der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt ein großer Vorteil sein kann, das zeigte sich auch in einem weiteren Tischgespräch: Viele Zittauer erleben Europa ganz selbstverständlich auf regionaler Ebene in ihrem Alltag durch Besuche und Einkäufe in den drei Grenzstädten. Diese Besonderheit muss bei der Bevölkerung wieder mehr ins Bewusstsein gebracht werden, so die einstimmige Meinung.

 

In Anspielung auf die Ergebnisse der Europawahl Ende Mai, machte Oberbürgermeister Thomas Zenker am Ende der Veranstaltung deutlich, dass die Kulturhauptstadtbewerbung in einer Region, in der europakritische Kräfte sehr erfolgreich sind, auch einen politischen Charakter hat. Trotz teilweise schlechter Gegebenheiten in allen drei Grenzstädten, z.B. in Bezug auf Infrastruktur, arbeiten die Menschen zusammen: „Hier funktioniert Europa wirklich.“

Fotos Open Space: Matthias Weber/photoweber.de


Humboldt-Rede zu Europa
Wopke Hoekstra, Finanzminister der Niederlande

Der Finanzminister der Niederlande Wopke Hoekstra sprach am 7. Mai im Senatssaal des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema:

„Ein neues und besseres Europa. Für eine widerstandsfähige und wohlhabende Union der Gegenseitigkeit“

Das Manuskript der Rede ist online verfügbar.

 

 

 

Bei der A Soul for Europe Konferenz, die vom 12. – 13. April 2019 in der Berliner Akademie der Künste stattfand, haben Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst, Politik und Zivilgesellschaft  zwei Tage lang über das Potential von Kunst und Kultur für das europäische Projekt diskutiert. Mitglieder aus der „Wir sind Europa“-Basisgruppe waren aktiv mit dem Medienworkshop „Squaring the Circle – how to unfold a European media sphere“ vertreten und haben dort Möglichkeiten eines europäischen Medienraumes erarbeitet. Der dazugehörige Artikel von Pieter Boeder, Christiane Lötsch und Péter Techet ist auf unserem Blog erschienen.

Foto: Ines Walter

In Gelsenkirchen haben vom 25. – 27. Februar 2019 insgesamt mehr als 120 Bürgerinnen und Bürgern mit Experten aus Politik, Kultur und Gesellschaft über Europa diskutiert.

Den Auftakt machte ein Fotografie-Workshop, der in den Räumen des Consol Theaters stattfand und bei dem insgesamt 13 Teilnehmende aus drei Altersgruppen ihre Sicht auf Europa in Portrait- und Landschaftsaufnahmen festhielten. Eine Auswahl der Bilder, die insgesamt die Vielseitigkeit Europas darstellen, wurde am Abschlussabend im Rahmen des „Open Space Europe“ ausgestellt. Patrick Hermann, der zusammen mit Pieter Boeder und Levan Khetaguri den Workshop angeleitet hat, war mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden: „Es macht mich froh, dass jeder etwas anderes in Europa sieht. Das bedeutet nämlich: Wir sind frei in Europa. Was kann ich mir mehr wünschen?“

 

 

 

Foto: Jonas Krohn / Stiftung Zukunft Berlin

Das Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer bot den Rahmen für ein generationen- übergreifendes Gespräch. Elf Schülerinnen und Schüler der Oberstufe trafen dabei auf vier Seniorinnen und Senioren im Alter von 68 bis 85 Jahren, um gemeinsam über die Zukunft Europas zu sprechen. Anhand von Szenarien, wie Europa in 30 Jahren mit bzw. ohne die EU aussehen könnte, wurde lebhaft diskutiert. Neben Themen wie Bürgerbeteiligung, Umweltschutz und Integration, wurde auch die Rolle der Medien intensiv besprochen. Sowohl die anwesenden Senioren wie auch die Schüler wünschten sich, dass mehr auf die individuellen Bedürfnisse unterschiedlicher (Alters-)Gruppen eingegangen werde. Während für die ältere Generation vor allem Radio, Fernsehen und Tageszeitungen unverzichtbar seien, wünschten sie die Jugendlichen mehr Informationen über Kanälen wie YouTube. Der Perspektivenwechsel war sowohl für die jüngere wie auch für die älteren Generation hilfreich, wie eine der Seniorinnen am Ende anmerkte: „Mir wäre ohne den Austausch gar nicht bewusst geworden, wie wichtig mein Kreuz bei der Wahl auch für die jüngere Generation ist.“ Eine der Schülerinnen fügte hinzu, dass viele junge Menschen die Vorzüge, die durch die EU entstehen, als selbstverständlich hinnehmen und ein Austausch mit Menschen, die Europa auch anders kennengelernt haben, ein anderes Bewusstsein schaffe.

 

In Zusammenarbeit mit der AWO, fand im kleinen Kreis ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Roma in Gelsenkirchen statt. Dabei wurde erörtert, ob die anwesenden Roma sich in Deutschland und speziell in Gelsenkirchen zuhause fühlen, wie die Integration gefördert werden kann und welche Rolle dabei Europa spielt.

 

Foto: Jonas Krohn / Stiftung Zukunft Berlin

Auch beim Fußball spielt Europa eine Rolle. Aus diesem Grund haben sich Mitglieder von „Wir sind Europa“ mit der Fan-Initiative von Schalke 04 zusammengesetzt und über Themen wie Rassismus, Multikulturalismus und die internationale Sprache des Fußballs gesprochen. Der ausführliche Bericht von Emma Wallis kann auf unserem Blog nachgelesen werden.

 

Abgerundet wurden die zwei Tage mit der offenen Diskussionsrunde Open Space Europe‘, die im Kulturraum die Flora stattfand. Hier hatten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, in kleinen Runden direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt-, Landes- und Europapolitik sowie mit Expertinnen und Experten aus Medien, Kultur und Wissenschaft ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Die 1. Bürgermeisterin der Stadt, Martina Rudowitz, war sich sicher, dass keiner der Anwesenden die Europawahlen am 26. Mai vergessen wird. Bei den insgesamt 10 Tischdiskussionen kamen vielfältige Themen zur Sprache. Diskutiert wurde unter anderem über offene Grenzen, Bildungs- und Kulturaustauschprogramme, gemeinsame Werte, Fußball und die Kommunikation von europäischen Themen. Die Europaabgeordnete Terry Reintke machte deutlich, dass pro-europäische Themen emotionaler kommuniziert werden müssen – gerade im Hinblick auf populistische und nationalistische Strömungen in vielen Mitgliedsländern.

Foto: Ines Walter

Im Hinblick auf die europäische Wertevermittlung waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: Gerade bei jungen Menschen sind europäische Austauschprogramme, wie beispielsweise Erasmus, wichtige Instrumente, um das Demokratieverständnis zu schulen. Laut Landtagsabgeordnetem Sebastian Watermeier sind in diesem Zusammenhang aber auch Reformen notwendig, die den Kreis der Förderberechtigten auch auf Auszubildende, Schüler und Ausbildungssuchende zu erweitern: „Erasmus muss von unten gedacht werden.“

Aufgrund des umfangreichen Engagement und der zahlreichen Initiativen für Europa, zeigte sich Volker Hassemer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin, vom Engagement der Stadt beeindruckt: „Europa bekommt Kraft von unten. Das ist eine tolle Entwicklung.“

 

Konferenz der Europäischen Bürgerinitiative TAKE THE INITIATIVE

Am 13.12.2018 waren wir zu Gast in Wien, wo #EUTakeTheInitiative und die Europäische Kommission zur interaktiven Konferenz über die Europäische Bürgerinitiative und ihre Reform eingeladen hat. Vertreter der EU-Institutionen und der Zivilgesellschaft erläuterten dort, worum es bei der Reform der Europäischen Bürgerinitiative geht und welche Neuerungen sich daraus ergeben.  In Podiumsdiskussionen, Gesprächen und interaktiver Gruppenarbeit haben die Teilnehmenden konkrete und wertvolle Informationen aus erster Hand erhalten. Die eintägige Veranstaltung wurde im Rahmen der #EUTakeTheInitiative organisiert, einer Kampagne der Europäischen Kommission zur Bewusstseinsbildung der europäischen Bürgerinnen und Bürger, um mehr Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Olaf Scholz / Foto: BMF
Foto BMF

Humboldt-Rede zu Europa mit Olaf Scholz

Das Walter Hallstein-Institut für Europäisches Verfassungsrecht der Humboldt-Universität zu Berlin lädt im Rahmen von Wir sind Europa! regelmäßig zur Vortragsreihe “Humboldt-Reden zu Europa” ein.

Am Mittwoch, dem 28. November, sprach Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im Senatssaal der HU.

Das Video finden Sie hier.

Konferenz „Engagiert für Europa“

Professorin Robertson-von Trotha (Foto: Jule Halsinger / seesaw-foto.com)

Vielen Dank für die vielen Fragen an uns bei der Konferenz „Engagiert für Europa | Committed to Europe“ am 10. November in Berlin: Die Tagung wurde von der Initiative „Städte für Europa“ organisiert. Hier gibt es das Video zur Veranstaltung.

Die Teilnehmer aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft gingen der Frage nach, welche Rolle die Städte bei der Gestaltung der Zukunft Europas spielen. Die Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli, rief dazu auf, über bloße Appelle und Bekenntnisse zur europäischen Einigung hinauszugehen: „Dafür müssen wir Klinken putzen gehen.“ Gerade für Städte müsse klar sein, dass eine Spaltung Europas nicht hinnehmbar sei. „Das europäische Einigungsprojekt steht unter Druck. Diesem standzuhalten und im Sinne eines friedlichen, fortschrittlichen und solidarischen Europas weitere Schritte zu gehen, ist eine der wichtigsten politischen Aufgaben unserer Zeit.“ Chebli wies auf die besondere Bedeutung der Städtepartnerschaften hin, etwa am Beispiel Berlin und Warschau: „Wir können da, wo nationale Regierungen scheitern, auf kommunaler Ebene Netzwerke knüpfen und den Dialog weiterführen.“

Fast 40 Initiativen und Projekte stellten sich auf dem „Marktplatz Europa“ vor. (Foto: Jule Halsinger / seesaw-foto.com)

Die Kulturwissenschaftlerin Caroline Y. Robertson-von Trotha forderte eine gelebte European Citizenship, „verstanden als europäische Leitkultur der universellen Menschenrechte“, die nachvollziehbar vorgelebt werden müsse. Es sei an Bürgern und Stadtregierungen, die städtischen Identitäten als Teil des europäischen Projektes anzusehen, erklärte die Professorin vom Karlsruher Institut für Technologie. Städte gelten demnach oft als Best-Practice-Beispiele für kulturelle Vielfalt, gleichzeitig hätten sich aber Parallelgesellschaften herausgebildet, die europäische Werte wie die Gleichheit von Frauen und Männern sowie Pluralismus ablehnten. „Die Hauptverantwortung für ein Europa der Vielfalt liegt bei den Städten“, sagte Robertson-von Trotha. „Dafür brauchen sie Unterstützung und den konsequenten grenzüberschreitenden Austausch sowie die Zusammenarbeit der Politik mit der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.“

 

„Europa-Rede“ mit Koen Lenaerts

Koen Lenaerts (Foto: Marco Urban)
(Foto: Marco Urban)

In der „Europa-Rede“, die in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Schwarzkopf Stiftung stattfindet, geht es um die Idee Europas und seine gegenwärtige Lage. Die Rede wird gehalten an einem Ort europäischen Schicksals, in Berlin, wo am 09. November 1989 mit dem Fall der Mauer das große, nun nicht mehr geteilte Europa möglich geworden ist. In diesem Jahr hielt Koen Lenaerts, Präsident des Europäischen Gerichtshofs, die „Europa-Rede“. Lesen Sie hier die Zusammenfassung, das Video dazu gibt es hier.

„Campaigning for Europe“

„Wir sind Europa!“ ist auf der Messe EuroPCom in Brüssel zu Gast gewesen: Auf dem Marktplatz der Ideen haben die Studentin Sophia Siemer und Kommunikationsberater Pieter Boeder aus der Basisgruppe von „Wir sind Europa!“ das Projekt vorgestellt und erklärt, welche Erfahrungen wir während unserer Debatten und Workshops in Magdeburg, Berlin, Erfurt, Greifswald und Leeuwarden gesammelt haben.

Cecilia Malmstroem
Cecilia Malmström (Foto: Elke-A. Jung-Wolff)

Die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sprach am Montag, dem 15. Oktober, in ihrer Humboldt-Rede am Walter Hallstein-Institut der HU Berlin zum Thema:

„European trade policy in turbulent times“.

Das Manuskript der Humboldt-Rede befindet sich hier, auf unserer Facebookseite ist der Mitschnitt der Veranstaltung verlinkt. Vielen Dank für die vielen Fragen vor Ort und über Social Media!

Cecilia Malmström ist seit Februar 2010 Mitglied der EU-Kommission. Von Februar 2010 bis Oktober 2014 war die schwedische Politikwissenschaftlerin zunächst als EU-Kommissarin für Innenpolitik tätig, seit November 2014 ist sie EU-Kommissarin für Handelsfragen. Von 1999 bis 2006 war Malmström Abgeordnete im Europaparlament und von 2006 bis 2010 Europaministerin der schwedischen Regierung. Sie ist Politikerin der Partei Liberalerna.

Wo liegen unsere Verantwortung und unsere Aufgaben – und was sind unsere Rollen für ein Gelingen Europas? – Diese Frage haben wir uns und euch besonders anlässlich der Europawahlen 2019 auch auf dem Lollapalooza Festival 2018 in Berlin gestellt. Vielen Dank für die spannenden Begegnungen!

Irlands Vize-Premier Simon Coveney hält die Humboldt-Rede zu Europa.
Foto: Elke A. Jung-Wolff

Das Walter Hallstein-Institut für Europäisches Verfassungsrecht der Humboldt-Universität zu Berlin lädt im Rahmen von Wir sind Europa! regelmäßig zur Vortragsreihe “Humboldt-Reden zu Europa” ein.

Simon Coveney, Stellvertretender Premierminister und Außenminister von Irland, sprach am 13. Juni 2018 zum Thema:

„Ireland, Germany and Europe: Shaping the EU post-Brexit“.

Die Rede können Sie hier nochmals im Video ansehen. Den Bericht „Wir können die Fragen der Migration nicht mit Zäunen beantworten“ von Katharina Krüger lesen Sie hier.

Europa-Debatte in Greifswald
Foto: lensescape.org / Philipp Schroeder

In Greifswald haben mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft darüber diskutiert, was die Stadt zum Gelingen Europas beitragen kann. Der „Open Space Europe“ im Kulturzentrum St. Spiritus (Fotos) war einer von mehreren Veranstaltungen, die die Initiative „Wir sind Europa!“ am 7. und 8. Juni in Greifswald organisiert hat. Einig waren sich viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass mehr europäische Begegnung möglich sein und der Wille dazu aus der Mitte der Bürgerinnen und Bürger kommen müsse.

„Europa können wir auf zwei Ebenen erfahren“, sagte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder (Grüne). „Da ist zum einen die materielle Ebene — aber zu den Geldern aus Brüssel muss auch die emotional-ideelle Ebene kommen, denn dann bleibe ich eher dran, wenn es mal nicht läuft.“ Dr. Mignon Schwenke, die für die Linke in der Bürgerschaft und im Landtag sitzt, sagte, Greifswald habe noch Reserven, was die Partnerschaften mit Städten angehe, vor allem mit jenen in Polen: „Da findet die europäische Begegnung eher auf politischer Ebene statt, ist aber noch nicht in der Bevölkerung angekommen.“

Jürgen Lippold, der Chef der Europa-Union in Mecklenburg-Vorpommern, erinnerte an die große Europabegeisterung in Ostdeutschland nach der Wende. Jetzt seien einige Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht in erster Linie von Europa enttäuscht, sondern eher von Deutschland: „Sie fühlen sich noch immer als Bürger zweiter Klasse.“

Aus der Sicht des mecklenburgischen Europaabgeordneten Arne Gericke (Freie Wähler) müssen sich die Städte fragen, was sie jungen Menschen bieten und mitgeben könnten. „Dabei geht es nicht um Wettbewerb, sondern darum, voneinander zu lernen und einander offen gegenüberzustehen.“ Gericke schlägt ein Kulturticket für Jugendliche vor, mit dem sie wie mit dem Interrail-Ticket kostenlos durch Europa reisen und dabei noch Theater, Museen und andere kulturelle Einrichtungen besuchen können sollen.

Wir sind Europa auf dem Markt in Greifswald
Foto: Anna-Lena Steltzer

Positive Reaktionen gab es auch auf die Idee der „Städte für Europa“, mit der sich die Orte, in denen die Initiative „Wir sind Europa!“ zu Gast ist, nachhaltig miteinander vernetzen. Neben dem „Open Space Europe“ am Freitagabend haben die Mitstreiter und Mitstreiterinnen der Initiative — Studentinnen sowie Kultur- und Medienschaffende aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Georgien — mehrere Orte der Begegnung organisiert (Fotos) und damit rund 140 Bürgerinnen und Bürger erreicht. So gab es Diskussionen mit Jugendlichen und Senioren sowohl in der Regionalen Schule „Caspar David Friedrich“, als auch im Haus Ostsee, ein Europäisches Pubquiz in Zusammenarbeit mit dem Studentenclub Kiste sowie einen Künstler-Workshop zum Thema „Von I-dentity zu We-dentity“.

Stadtreporter erkundet Greifswald

Schon vorab haben wir den britischen Journalisten Kit Holden gebeten, die Stadt für uns zu erkunden. Sein Bericht „Here, Europe Is Not Perfect, but It Is Ubiquitous“ bietet ein vielschichtiges Bild auf Greifswald.

Europa-Diskussion in Erfurt
Foto: Jacob Schröter

Wir sind Europa – was bedeutet das? JournalistInnen, Kulturschaffende und Studierende aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Italien und Georgien haben in Erfurt mit BürgerInnen der Stadt diskutiert.

An den Workshops und Debatten nahmen am 23. Februar 2018 KünstlerInnen, SeniorInnen, SchülerInnen und Fußballfans im Alter von 13 bis 86 Jahren teil. Abgerundet wurde der Tag durch den „Open Space Europe“ (Fotos) am Abend im Haus der Sozialen Dienste, bei dem die ErfurterInnen mit den PolitikerInnen ihrer Stadt zusammentrafen. Dabei kamen Themen wie länderübergreifende Kunst, Verlustängste und Versöhnung, Frieden und europaweite Familienförderung zur Sprache.

„Wir alle haben dafür zu sorgen, dass Europa populärer wird“, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein, der als Schirmherr die Debatten am Abend des 23. Februar eröffnete. Bausewein verwies auf die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, die jedes Jahr Touristen aus ganz Europa nach Erfurt locken, sowie den Verbund mit elf Partnerstädten: „Erfurt ist eine der zentralen Großstädte in Europa.“

An den Diskussionsrunden nahmen auch Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Europa in der Thüringer Staatskanzlei, und der Europa-Abgeordnete Jakob von Weizsäcker sowie Mitglieder des Stadtrats und verschiedener Organisationen teil. „Bürgerdialoge, wie dieser, sind wichtig“, sagte Staatssekretärin Winter, „um mit den Bürgerinnen und Bürgern über die Europäische Union zu sprechen, um von ihnen zu erfahren, wo Handlungsbedarf besteht, und um sie zu ermutigen, für die europäische Einigung einzustehen.“ Von Weizsäcker sagte, die EU müsse die soziale Säule stärken und vermeiden, dass der Eindruck eines Kontrollverlusts entstehe, wie zur Zeit der Flüchtlingskrise 2015. „Das Wohlwollen für Europa ist so lange da, wie Europa auch funktioniert.“

Workshops in Erfurt:

▶️ Wer steckt hinter „Wir sind Europa!“ und was genau tun wir in Erfurt?
Darüber hat Katharina Krüger mit Radio F.R.E.I. gesprochen: Interview anhören.

Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni bei seiner Ankunft an der Humboldt-Universität zu Berlin. (Foto: Elke A. Jung-Wolff)

Seit der damalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Jahr 2000 an der Humboldt-Universität zu Berlin eine vielbeachtete Grundsatzrede zur europäischen Integration gehalten hat, sind die Humboldt-Reden zu Europa ein fester Bestandteil der politischen Debatte. Im Jahr 2018 lädt das Walter Hallstein-Institut für Europäisches Verfassungsrecht an der HU an mehreren Terminen dazu ein.

Die dritte Humboldt-Rede zu Europa im Jahr 2018 hielt am 7. Februar Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni zum Thema „Italien und Deutschland gemeinsam für ein stärkeres Europa / Italia e Germania insieme per un’Europa più forte“ (Video).

Gentiloni ist seit dem 12. Dezember 2016 Ministerpräsident der Italienischen Republik. Er ist Mitglied der demokratischen Partei Partito Democratico. Seit der Parlamentswahl vom 13. Mai 2001 gehört er der Abgeordnetenkammer an. Gentiloni war in den Ausschüssen für Kommunikation, Postwesen und Verkehr sowie für auswärtige Angelegenheiten und in anderen parlamentarischen Gremien tätig. Von 2006 bis 2008 war er Kommunikationsminister im Kabinett Prodi II und ab November 2014 Außenminister im Kabinett Renzi.

Ineta Ziemele
Prof. Ineta Ziele (Foto: Reinis Inkens)

Die zweite Humboldt-Rede 2018 in Berlin hielt Professorin Ineta Ziemele, Präsidentin des lettischen Verfassungsgerichts und ehemalige Richterin des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zum Thema „Constitutional Courts as Lock-Gates in the World of International-National Tension“ (Video):

„The Constitutional Courts of EU Member States, having in most cases the last say with regard to sovereignty of a state, take a central place in defining how freedom and power associated with sovereignty ought to be used in the world of supranational institutions and increased integration of international community. That makes them particularly important actors in the debate on the evolving understanding of sovereignty or indeed lock-gates in the world of multiple tensions. Given the history of the Republic of Latvia, its constitutional discourse is a good example of these challenges.“

Vor ihrer Rede nahm Prof. Ziemele an einem Workshop mit Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitgliedern von „Wir sind Europa!“ teil. Mit dabei waren auch Prof. Matthias Ruffert, Leiter des Walter Hallstein-Instituts für Europäisches Verfassungsrecht an der HU Berlin, und Max Steinbeis, Gründer des Verfassungsblogs. Ausgehend von der zunehmenden Aushöhlung des Rechtsstaats in Polen, Ungarn und Rumänien diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, ob das deutsche Grundgesetz und die Gewaltenteilung gegen mögliche Angriffe geschützt wären: „Ein Rechtsstaat entsteht nur sehr langsam, kann dagegen aber sehr schnell erodieren“, sagte Steinbeis. Ziemele wies darauf hin, dass in mittel- und osteuropäischen Staaten das demokratische System den Menschen häufig von oben gegeben worden sei. „Wenn man eine Gewaltenteilung etabliert, kann man zwar Gesetze ausarbeiten – doch die müssen durch und durch verstanden werden, nicht nur von Richtern oder Journalisten, sondern von den Menschen auf der Straße.“ Um den Rechtsstaat zu schützen, sagte Ziemele, müssten daher Medien – auch Blogger – und Schulen die Bevölkerung entsprechend ausbilden.

Prof. Susanne Baer (Foto: Elke A. Jung-Wolff)

Die Richterin des Bundesverfassungsgerichts, Susanne Baer, hat vor einer Demontage der Verfassungsgerichte in Polen, Ungarn und Rumänien gewarnt. In ihrer Humboldt-Rede zu Europa in Berlin (Video) sagte Baer: „Jedes Verfassungsgericht, das seinen Namen verdient, hat auch Gegenwind. Aber es ist etwas völlig anderes, wenn es um Attacken und Zerstörung geht. Da wird eine rote Linie überschritten und erodiert ein Fundament, das uns alle trägt.“ Die wichtigsten Punkte ihrer Rede haben wir hier zusammengefasst.

Susanne Baer ist seit Februar 2011 Richterin des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts und als Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Sie ist zudem Gastprofessorin an der University of Michigan (William W. Cook Global Law Professor). Sie publiziert und forscht vor allem zu den Themen Konstitutionalismus, Grundrechte, Gleichheit und Gleichberechtigung sowie in den Bereichen der Rechtssoziologie und Gender Studien zum Recht.

Maria Pia Di Nonno
Nach der Rede von EU-Parlamentspräsident Tajani fragte die italienische Historikerin Maria Pia Di Nonno ins Publikum: „Sind wir zu spät?“  (Foto: Marco Urban)

Wer sind wir Europäer eigentlich?

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani hat in diesem Jahr die achte Europa-Rede gehalten, am 9. November in Berlin. Die Mitglieder von „Wir sind Europa!“ sowie Berliner Schülerinnen und Schüler waren mit dabei und haben die Ansprache im Anschluss ausgewertet und diskutiert. Dabei sind einige kritische Stimmen laut geworden: Tajani habe eine eingeschränkte Sicht auf die europäische Identität, habe eines der brennendsten Probleme der EU ausgespart und keine Vision erkennen lassen. In unserem Blog haben wir spannende Kommentare dazu gesammelt.

Von den Schülerinnen und Schülern im Politik-Leistungskurs am Kant-Gymnasium in Spandau haben wir gelernt, dass Populismus eine politische Realität ist, mit der sie leben und mit der sie sich auseinandersetzen. Gefragt, welches die drängendsten Probleme derzeit sind, nennen sie am häufigsten den Brexit, danach den Umgang mit Migranten sowie die Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten.

Um den Beitrag der Einzelnen und die Bedeutung der Kultur für das europäische Zusammenleben ging es bei der diesjährigen „A Soul for Europe“-Konferenz. In Debatten und Workshops haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Wege erschlossen, wie die Menschen in ihren Städten und Gemeinden für Europa aktiv werden können und welche Unterstützung sie dafür benötigen. Für uns interessant waren zum Beispiel die Probleme einer europäischen Öffentlichkeit: Wollen Journalisten ihre Informationen europaweit verbreiten und damit zu einer Integration der Europäer beitragen, kostet das Zeit und Geld, etwa fürs Finden relevanter Themen und für Übersetzungen.

Die Diskussion zur Eröffnung der Konferenz gibt es hier noch einmal zum Nachschauen.

Foto: Andreas Lander / Magdeburg 2025

Europa erfahrbar machen

Zum Start von „Wir sind Europa!“ haben wir in Magdeburg am 15. und 16. September mit Bewohnern der Stadt diskutiert. Dabei sagten uns sowohl Jugendliche verschiedener Schulen als auch Senioren, wie wichtig die persönliche Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern für ihr eigenes europäisches Bewusstsein ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass vor allem die Schüler Europa als pragmatischen Zusammenschluss von Ländern sehen, der sie im Alltag in ihrer Heimatstadt kaum berührt. Den Senioren fehlten Möglichkeiten, sich auf einem europäischen Level zu engagieren. „Zuhören – das haben wir in Magdeburg gelernt, ob als Politiker oder als Journalisten. Den Bürgern zuhören, das ist der Beginn, um mit ihnen gemeinsam eine neue gemeinsame Basis für Europa zu entwickeln“, sagte Anke Plättner, eine der Initiatoren von „Wir sind Europa!“.

Zum Bericht.